Schulterglatze – Fast wie bei der Bundeswehr

Unter den inzwischen unzähligen Browsergames ist der Titel mit dem etwas eigenwilligen Namen Schulterglatze wohl einer der besseren Vertreter – auch wenn man dies zu Beginn vielleicht nicht unbedingt vermuten würde. Das Thema des Spiels ist bereits bei dem ersten Blick auf die Homepage von Schulterglatze offensichtlich: Es geht um die Bundeswehr. Du bist der Rekrut, der sich die kommenden Wochen im virtuellen Dreck wälzen darf und dabei ganz nach Rollenspielmanier im Laufe der Zeit verschiedene Statuspunkte und ein übervolles Inventar ergattert.

Aller Anfang ist schwer

Der Autor dieser Zeilen war zwar nie in der Bundeswehr, doch der Hersteller unikat media verspricht ein Erlebnis, das “fast wie bei der Bundeswehr” ablaufen soll. Ob es allerdings auch in der Realität derart unkompliziert zugeht, ist fraglich. Positiv fällt die Registrierung aus, denn E-Mails oder dergleichen müssen nicht beantwortet werden. Nach einem Klick auf den großen roten “Registrieren”-Button geht es auch schon los und der Spieler befindet sich auf einem Statusbildschirm, der verschiedene Informationen über den soeben erstellen Soldaten preisgibt. Unter anderem wird das zur Verfügung stehende Geld angezeigt, die erzielten Punkte, der Stand in der Highscore-Liste und auch einige Items wie Patronen, die jedoch nur für Premium-Mitglieder von Bedeutung sind.
Denn auch Schulterglatze finanziert sich nicht durch Luft und Liebe. Da die Einnahmen durch die wenigen Werbeeinblendungen auf der Webseite nicht ausreichen, dürfen Spieler für echtes Geld Patronen und andere Gegenstände kaufen – 100 Patronen kosten beispielsweise 5,00EUR. Sehr viele der wirklich guten Gegenstände und Funktionen sind nur durch diese Spielwährung zugänglich. Darunter fallen beispielsweise die Pinnwand, an der der Spieler ähnlich wie bei sozialen Netzwerken Bilder hochladen kann, oder auch eine komplett werbefreie Webseite, umfangreiche Statistiken und die Möglichkeit, den Benutzernamen im Nachhinein wieder zu ändern. Ob man diese eigentlich nicht unbedingt nötigen Funktionen tatsächlich braucht, ist natürlich jedem Spieler selbst überlassen.

Einmal Arschkriechen, bitte!

Das Ziel des Spiels ist es, sich von einem mehr oder weniger nutzlosen Rekruten zum General hochzuspielen. Da der Spieler am Anfang so gut wie nichts kann, muss erst einmal eine größere Menge Zeit in die Grundausbildung investiert werden. Darunter fallen typische Aktivitäten wie die Ausbildung an der Waffe, die Wachausbildung oder auch das allseits beliebte “Arschkriechen”, womit der Spieler bei den Vorgesetzten besser ankommt und die Einnahmen durch absolvierte Dienste und Manöver steigen – fast wie im echten Leben. Weitere Spezialausbildungen erhöhen etwa die politische Bildung, den Wirkungsgrad als Sanitäter und weitere Eigenschaften.
All diese Ausbildungen laufen, wie es bei Browserspielen häufig der Fall ist, in Echtzeit ab. Während etwa die erste Stufe der Waffenausbildung nur zehn Sekunden dauert, müssen für die zweite Stufe bereits 40 Sekunden eingeplant werden. Die dritte schlägt gleich mit 90 Sekunden zu Buche, danach werden es schon fast drei Minuten. Wie man schnell bemerkt, kann es sehr lange dauern, bis wirklich alle Fähigkeiten auf einem angenehm hohen Level angekommen sind. Das Geld für die Ausbildung bekommt der Spieler übrigens durch das “Dienstschieben” – und das kann unter Umständen bis zu acht Stunden dauern…

Ist Schulterglatze ein wirklich gutes Spiel?

Wenn wir die Kleinigkeiten im großen Gesamtbild betrachten, fällt auf, dass sich hinter dem etwas ruppigen Charme von Schulterglatze ein wirklich durchdachtes und tatsächlich spaßiges Browsergame versteckt. Es erfindet das Rad nicht neu; wer schon einmal Spiele dieser Art gespielt hat, wird sich auch bei Schulterglatze sofort heimisch fühlen. Für seine Güte wurde das Spiel im Februar 2011 durch die Spieler als “Browsergame Of The Year” ausgezeichnet.
Der Reiz des Spiels liegt natürlich darin, den eigenen Charakter so potent wie möglich zu machen. Wer mit diesem seit Jahrzehnten bestehenden Spielprinzip der Rollenspiele nichts anfangen kann, wird auch mit Schulterglatze nur wenig Spaß haben. Alle anderen dürfen sich gerne in den Schlamm werfen – auch wenn der nur virtuell ist.

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Schulterglatze Kommentare (2)
  • IMG
    26. November 2011
    #1
    VA:F [1.9.10_1130]
    Rating: 3.0/5 (4 votes cast)

    Ich bin seit anfang an dabei und es macht mir noch heute viel Spass. Ich kann es jedem Empfehlen der bei der Bundeswehr ist oder war. Auch für die die nicht bei der Bundeswehr ein Top Game. Die Community ist einfach der Hammer.

  • EinSpieler
    4. Dezember 2011
    #2
    VA:F [1.9.10_1130]
    Rating: 5.0/5 (2 votes cast)

    Das Spiel ist wirklich gut. Allerdings wird dort gecheatet was das Zeug hält. Jegliche Supportanfrage wird missachtet und 70% der Spieler sind Multiaccounts.

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